Vorbereitet von Schwester Khalisa

Weltreise: Indien - Fortsetzung des Artikels
QALAM 16. Ausgabe

Posted by: admin May 9th, 2018

Muslime in Indien

Muslime machen mit 14,2% die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft aus. Das sind 172 millionen Muslime! Damit ist es nach Indonesien und Pakistan die drittgrößte muslimische Bevölkerung.

Für lange Zeit (1526 bis 1858) war Indien sogar ganz in Muslimischen Händen: Die Muslime eroberten das Land und machten einen Islamischen Staat daraus, welches das Mogulreich genannt wurde.

Da so viele Inder zum Islam konvertierten, wurde das Land nach der Unabhängigkeitserklärung von den Briten (1947) aufgeteilt: Pakistan und Bangladesch wurden von Indien unabhängige, muslimische Länder.

Heilige Tiere

  • Kühe

In Indien gibt es natürlich unzählig viele Tiere. Zwei davon sind den Indern besonders heilig: Die Kuh und der Elefant!

Ein Großteil der Inder (die Hindus) glaubt daran, dass die Kuh heilig ist, da sie nach ihrem Glauben die Mutter allen Lebens sei: Ihre Milch, der Butterschmalz, Yoghurt, der Kuhmist und der Urin, gelten als die „5 heiligen Gaben“. Wobei der Urin der Kuh als Medizin angesehen wird, und Kuhmist sehr nützlich ist zum Feuer machen, Düngen der Felder und für den Häuserbau in Dörfern.

Es wird aber auch gesagt, dass ein bestimmter Gott, der „Herr des Lebens“in der Kuh stecke. Demnach ist es in Indien verboten, Rindfleisch zu essen. Ja, man wird sogar bestraft, wenn man eine Kuh schlachtet!

Die 300 Millionen Kühe Indiens laufen überall frei herum- selbst auf den Straßen!

  • Elefanten

Ein anderes heiliges Tier für die Inder ist der Elefant. Die Gottheit namens Ganesha wird mit einem Elefantenkopf und einem Menschenkörper dargestellt, als Zeichen von Kraft und Weisheit. Für den Elefanten gibt es jedes Jahr ein Fest in der Stadt Japur.

Indische Elefanten sind allerdings ganz anders als ihre Afrikanischen Brüder: Sie sind kleiner, leichter, haben kleinere Ohren, dafür einen breiteren Schädel und einen längeren Rüssel, welcher am Ende einen Fingerähnlichen Ansatz hat.

Zudem hat der Indische Elefant 4 Fußzehen anstatt 3 und ist leichter zähmbar, was ihn zu einer beliebten Touristenattraktion macht. Elefanten bevorzugen wäldliche Gebiete und sie fressen jeweils bis zu 150 kg Pflanzen am Tag!

Allerdings ist diese Tierart auch sehr gefährdet, da die Menschen immer weiter in dessen Lebensraum vordringen und hinter dem Elfenbein hinterherjagen. Dadurch wurden diese ehrenhaften Tiere schon um die Hälfte reduziert.

Gastfreundliche Menschen

Neben der wunderbaren Natur kann man dort auch verschiedenste Menschen treffen, die extrem gastfreundlich sind, ganz bunt angezogen und verschiedenen Religionen angehören:

Die Hindus 
Die Hindus machen den mit 79,8% den mit Abstand größten Teil der Indischen Bevölkerung aus. Sie haben keinen direkten Religionsgründer, wie wir im Islam unseren Propheten Mohammed (Friede und Segen seien auf ihm). Sie glauben an verschiedene Lehren, Schriften und an verschiedene Götter und zelebrieren sie in zahlreichen Ritualen und Festen. Hinduismus wird deswegen auch als „Einheit der Vielfalt“ übersetzt.

Außerdem glauben Hindus daran, dass das Leben der Seele endlos ist und sie nach ihrem Tot entweder als ein anderer Mensch oder auch als Tier wiedergeboren werden. Das nennen sie `Reinkarnation´.

Kastenprinzip der Hindus

Alle Hindus gehören einer bestimmten „Kaste“ (auch „Jatis“ genannt) an, in die sie hineingeboren und aus der sie nicht mehr heraus können. Eine Kaste bestimmt, welchen Beruf man ausüben darf und ob man sehr angesehen oder gar verabscheut wird.

Dann gibt es noch die „Unberührbaren“, die keiner Kaste zugehören und ausgetoßen und verachtet werden. Sie sind Bettler oder machen Arbeit, die keine anderen Leute machen möchte.

Seit einigen Jahren wurde das Kastensystem zwar gesetzlich verboten, jedch ist es noch tief in der Gesellschaft und in den Köpfen der Menschen verankert.

Mahatma Gandhi (1869- 1948)

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der jüngsten Geschichte Indiens ist Mahatma Gandhi. Er hat für die Unabhängigkeit Indiens von den Briten gekämpft- allerdings ohne Waffen, nur mit Verstand und Worten. Auch setzte er sich für die Rechte der „Untastbaren“ ein.

Er war fasziniert vom Islam und vom Qur´an und versuchte immer, Konflikte zwischen Muslimen und Hindus zu sänftigen.

Was können wir von den Indern lernen?

Wir können von ihnen lernen, wie man trotz unterschiedlichen Glaubens, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Sprache friedvoll miteinander leben kann! Denn auch im Islam wird ein friedvolles Miteinander erwünscht. So heißt es in der Sure Al-Kafirun (Vers 6): Ihr habt eure Religion, und ich die meine.“ Wir sollten also jeden seinen Glauben leben lassen, wie er das möchte und uns einfach um unseren Weg kümmern. Das wird auch Toleranz genannt.